Die Stiftung PALLADION hat mit großer Besorgnis die Entscheidung der Gremien der Deutschen Welle aufgenommen, das griechischsprachige Angebot zum 1. Januar 2027 einzustellen. Das Griechische Programm ist nach den bekannt gewordenen Beschlüssen das einzige der 32 Sprachangebote der DW, das im Rahmen der Sparmaßnahmen vollständig eingestellt werden soll. Hintergrund der Entscheidung ist ein Einsparbedarf von 21 Millionen Euro infolge der Kürzung des Bundeszuschusses für 2026. Das ist ein historischer Fehler zu Lasten der deutsch-griechischen Beziehungen.
Seit mehr als 60 Jahren ist das Griechische Programm der Deutschen Welle ein fester Bestandteil der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland. Besonders während der Militärdiktatur in Griechenland von 1967 bis 1974 war das Griechische Programm für viele Griechen eine verlässliche Quelle unabhängiger Information und ein wichtiges Medium demokratischer Gegenöffentlichkeit. Somit leistete es einen entscheidenden Beitrag für den Sturz der Militärjunta und die Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland. Darin liegt ein bedeutendes historisches Verdienst der Deutschen Welle und ein leuchtendes Beispiel der Solidarität in den durch die Verbrechen des Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg belasteten Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland.
Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb das Griechische Programm eine Quelle ausgewogener Information und trug gerade in schwierigen Phasen der deutsch-griechischen Beziehungen zu einem sachlichen Dialog über Staatsgrenzen hinweg bei.
Gerade in einer Zeit wachsender
Desinformation und geopolitischer Spannungen sendet die vollständige
Einstellung eines etablierten griechischsprachigen Angebots ein falsches
Signal. Hinzu kommt, dass sich dieses Angebot nicht nur an Griechenland,
sondern auch an Zypern sowie an die griechische Diaspora in Deutschland und
weltweit richtet.
Unter diesen Gesichtspunkten erscheint uns die Entscheidung, das griechischsprachige Angebot als einziges DW-Programm vollständig einzustellen, widersinnig und unverhältnismäßig. Selbst der Vorsitzende des DW-Rundfunkrates, Karl Jüsten, erklärte, insbesondere die Schließung der Griechisch-Redaktion werde sehr bedauert; sie habe über 60 Jahre lang die deutsch-griechischen Beziehungen gestärkt und deutsche Perspektiven in Griechenland sichtbar gemacht. Und die Intendantin der DW, Barbara Massing, bescheinigte im Interview mit der griechischen Zeitung „TA NEA“ dem griechischsprachigen Dienst, eine „hervorragende Arbeit“, mit der das Programm „junge Zielgruppen erreichte“ und „sich mit großem Engagement und Erfolg digital neu ausgerichtet hat“. Daher rufen wir die zuständigen Gremien der Deutschen Welle dazu auf, die Entscheidung zur Einstellung des griechischsprachigen Angebots zu revidieren und tragfähige Alternativen zum vollständigen Wegfall zu prüfen.
Die Stiftung PALLADION steht mit dieser Kritik nicht allein. Aus Griechenland und Deutschland sind in den vergangenen Wochen zahlreiche besorgte Reaktionen von Politik, Medien, Verbänden und griechisch-deutschen Organisationen öffentlich geworden. Genannt werden unter anderem die Griechische Gemeinde Berlin, die Deutsch-Hellenische Wirtschaftsvereinigung sowie weitere griechische Organisationen, die das Ende des Angebots ausdrücklich bedauern.
Die Stiftung PALLADION ruft daher zur Unterzeichnung der Petition beim Deutschen Bundestag auf. Die Petition fordert den Bundestag auf zu prüfen, ob die der Deutschen Welle zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel so angepasst werden können, dass der Fortbestand des griechischsprachigen Angebots gesichert wird. Den Petitionstext und die Möglichkeit zur Mitzeichnung finden Sie hier:
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2026/_02/_24/Petition_195590.html
Georgios Meimarakis Magdalene Konstantinidou
Vorstandsvorsitzende Stellvertretende Vorsitzende
Stiftung PALLADION Stiftung PALLADION
München, den 16. März 2026

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